Ausbau von Angebot und Infrastruktur

Dank dem Vier-Meter-Korridor am Gotthard können Sattelauflieger (Anhänger von Sattelschleppern) mit vier Metern Eckhöhe grundsätzlich mit jedem Güterzug im Nord-Süd-Verkehr durch die Schweiz gefahren werden. Solche Transporte müssen nicht mehr zu separaten Zügen zusammengestellt und über spezielle 4-Meter-Trassen am Lötschberg gefahren werden.

Die Passagiere im Personenverkehr profitieren ebenfalls vom Vier-Meter-Korridor auf der Gotthardachse. Bei grosser Nachfrage können künftig auch Doppelstockzüge eingesetzt werden.

Für den durchgängigen Vier-Meter-Korridor zwischen Basel und Chiasso respektive Ranzo sind rund 170 Anpassungen an der Strecke erforderlich. Es handelt sich um ca. 20 Tunnel mit ungenügendem Profil und ca. 150 „Hindernisse" auf der offenen Strecke wie beispielsweise Signalanlagen, Perrondächer oder Fahrstromanlagen. Sie sollen bis Ende 2020 angepasst werden.

Das grösste Einzelprojekt des Vier-Meter-Korridors auf der Gotthardachse ist der 2.5 Kilometer lange Bözbergtunnel im Kanton Aargau. Beschlossen wurde der Bau einer neuen, parallel zum bestehenden Tunnel verlaufenden doppelspurigen Röhre von 2.7 Kilometern Länge. Der alte Tunnel wird künftig als Dienst- und Rettungsstollen genutzt und mittels Querverbindungen vom neuen Bözbergtunnel her erschlossen. Der Bau startete Ende 2015. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2020 vorgesehen. Der alte Bözbergtunnel wird anschliessend bis 2021 zurückgebaut.

Massnahmen in Italien

Damit der Vier-Meter-Korridor seine volle Wirkung entfalten kann, müssen die Sattelauflieger auch jenseits der Schweizer Grenze mit der Bahn bis zu den Umschlagterminals westlich und östlich von Mailand transportiert werden können. Darum muss die Infrastruktur auch in Italien angepasst werden und bis Ende 2020 zur Verfügung stehen.

Im Abkommen vom 28. Januar 2014 mit Italien verpflichtet sich die Schweiz, die baulichen Massnahmen auf der Luino-Linie (Perimeter Ranzo–Sesto Calende–Gallarate/Novara) mit einem Kostendach von 120 Millionen Euro (damals ca. 150 Millionen Franken) zu finanzieren. Im Gegenzug erklärt sich Italien bereit, den Ausbau der Strecke Chiasso–Mailand (für rund 40 Millionen Euro, ca. 50 Millionen Franken) sicherzustellen.

Ein weiteres Abkommen für die Infrastrukturmassnahmen auf der Simplonlinie zwischen Domodossola und Gallarate soll im Jahr 2020 abgeschlossen werden.

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