Das Coronavirus und der öffentliche Verkehr

(aktualisiert am 01.04.2020)

 

Das Coronavirus betrifft auch den öffentlichen Verkehr (öV). Der Bundesrat empfiehlt, unnötige Fahrten im öV zu vermeiden. Das öV-Angebot wurde wegen der massiv gesunkenen Nachfrage stark reduziert. Ein Grundangebot (mindestens Stundentakt) bleibt gewährleistet.  Die SBB als Systemführerin für den Schienenverkehr und PostAuto als Systemführerin für die Busse und Trams sind mit Unterstützung des Bundesamts für Verkehr (BAV) verantwortlich dafür, dass die Massnahmen schweizweit abgestimmt und koordiniert umgesetzt werden.

Mikroskopisch vergrösserter Virus
Das Coronavirus macht auch vor dem öV nicht halt.
© BAG

Der öV ist Basis für eine funktionierende Wirtschaft und ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Es ist daher von grosser Bedeutung, dass ein Grundangebot aufrechterhalten werden kann. Bei intensiver Nutzung kann der öV aber ein erhöhtes Risiko für die Ansteckung mit dem neuen Coronavirus darstellen. Bei der Bewältigung der Pandemie liegt die Federführung für Verhaltens-Massnahmen und Empfehlungen beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), auch in Bezug auf den öV.

Empfehlungen des BAG zur Nutzung des öV

(voraussichtlich bis Ende April 2020)

An die Bevölkerung

  • unnötige Fahrten meiden, insbesondere zu Stosszeiten und insbesondere Personen ab 65 Jahren
  • beim Warten an Bahnhof oder Haltestelle und in den Transportmitteln Abstand zu anderen Personen halten
  • auf Tourismus- und Freizeitverkehr verzichten
  • für den Arbeitsweg wo immer möglich den Langsamverkehr (zu Fuss, Fahrrad, E-Bike) nutzen
  • Hygieneregeln und allgemeinen Verhaltensempfehlungen konsequent umsetzen
  • bei Symptomen einer Atemwegserkrankung (z.B. trockener Husten und/oder Fieber) zu Hause bleiben und in keinem Fall den öV nutzen

An die Arbeitgeber

  • Mitarbeitende darauf hinweisen, möglichst nicht zu Stosszeiten im ÖV zu reisen
  • Arbeitszeiten der Angestellten so flexibel wie möglich gestalten
  • wo möglich Homeoffice erlauben und ermöglichen

An die öV-Unternehmen

  • ein Grundangebot im nationalen und regionalen Angebot im Personenverkehr aufrechterhalten, um ein Funktionieren der Wirtschaft und der Gesellschaft zu unterstützen und eine gute Verteilung der Reisenden in den Verkehrsmitteln zu erreichen
  • den Freizeit- und Tourismusverkehr einschränken oder einstellen
  • den internationalen Reiseverkehr (Personenfernverkehr) aufrechterhalten, soweit er der Grundversorgung entspricht und nicht durch Entscheide umliegender Länder beeinflusst oder verhindert wird. Aktuell ist der internationale Reiseverkehr sowohl auf der Schiene als auch auf der Strasse eingestellt.
  • Massnahmen zum Schutz des Personals umsetzen
  • auf Service in den Zügen verzichten
  • den Güterverkehr so weit möglich aufrechterhalten.

Gewährleistung eines Grundangebots

Die verschiedenen Anordnungen und Empfehlungen des Bundesrats zur Verlangsamung der Corona-Welle (Verbot von Veranstaltungen, Schliessung der Schulen etc.) haben dazu geführt, dass die Nachfrage im öffentlichen Verkehr stark zurückgegangen ist. Ausserdem müssen Mitarbeitende der Transportunternehmen wegen Krankheitssymptomen oder zugunsten der Kinderbetreuung der Arbeit fernbleiben.

Deshalb haben SBB und PostAuto als Systemführerinnen für den öffentlichen Verkehr entschieden, das Angebot deutlich zu reduzieren. Die Fahrplanreduktion erfolgte in Abstimmung mit dem Bundesrat. Ein Grundangebot (mindestens Stundentakt) bleibt gewährleistet. Das BAV sorgt mit verschiedenen Sondermassnahmen bei der Finanzierung und der Aufsicht dafür, dass dieses möglichst gut aufrecht erhalten werden kann. Für Inhaber von öV-Abos wird eine Entschädigungsregelung erarbeitet; federführend ist die Branchenorganisation Alliance Swiss Pass.

Die einzelnen Verkehrsunternehmen sind für die verbindliche Umsetzung der Entscheide der Systemführerinnen verantwortlich. Dies gilt nicht nur bezüglich Angebotsdichte, sondern auch bezüglich Betrieb bzw. Produktion des öV-Angebots und damit Themen wie Hygienemassnahmen in den Fahrzeugen und Schutzmassnahmen für das Personal.

Seilbahn- und Schiffunternehmen, welche eine Grunderschliessung mit öV sicherstellen, werden durch den Systemführer Strasse (PostAuto) betreut. Den internationalen Linienbussen wird empfohlen, sich sinngemäss ebenfalls an die Empfehlungen des Systemführers Strasse zu halten. Der touristische und der internationale Verkehr sind eingestellt.

Vgl. ergänzend die Informationen der Eidg. Zollverwaltung sowie des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Informationen für den grenzüberschreitenden Gütertransport

Im Gegensatz zum internationalen Personenverkehr ist der internationale Gütertransport grundsätzlich weiterhin möglich. Zahlreiche Länder Europas haben indes aufgrund der Coronakrise wieder Grenzkontrollen eingeführt. Ausserdem haben zahlreiche Staaten die Einreisebestimmungen verschärft. Folgende Websites enthalten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) aktuelle Informationen:

 
 
 
https://www.bav.admin.ch/content/bav/de/home/themen-a-z/coronavirus.html