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Veröffentlicht am 27. Januar 2026

Gemeinsam gegen übermässige Abnützung von Schienen und Rädern

Starke Abnützung bei Rädern und Verschleisserscheinungen bei den Schienen machen den schweizerischen Meterspurbahnen seit Jahren zu schaffen. Unter der Leitung der Branchenorganisation RAILplus AG wurden die Probleme gemeinsam identifiziert und Lösungen gefunden. Um dieses Wissen langfristig zu erhalten, hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) RAILplus beauftragt, die bestehende Systemaufgabe in Form unternehmensübergreifender Kompetenzzentren in den Bereichen Interaktion, Fahrbahn und Fahrzeug weiterzuführen.

Ein roter Zug der Rhätischen Bahn fährt durch ein tief verschneites Dorf im Engadin.

Seit rund zehn Jahren stellen diverse Meterspurbahnen zum Teil massive Abnützungserscheinungen sowohl an den Fahrzeugen wie auch bei der Infrastruktur fest. Vor allem das höhere Fahrzeuggewicht und die steigende Beanspruchung der Schienen durch dichten Verkehr führten bei den Rädern und auf den Gleisen zu Schäden. Nebst der Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Bahnlinien machten den zum Teil kleinen Bahnunternehmen vor allem die wirtschaftliche Mehrbelastung zu schaffen.

Weil es am effizientesten ist, die Probleme der rund 25 Meterspur- und Trambahnen gemeinsam zu lösen, hat das BAV RAILplus, die Kooperationsplattform der Meterspurbahnen, im Jahr 2021 mit einer befristeten Systemaufgabe beauftragt, um die Probleme zu identifizieren und Lösungen zu suchen.

Seither ist es gelungen, in den Bereichen Betrieb, Instandhaltung, Unterhalt, Materialwahl, Verfügbarkeit und Profilierung wertvolles Wissen aufzubauen und Lösungen zu erarbeiten. Dabei musste viel Forschungs- und Grundlagenarbeit geleistet werden, und es hat sich gezeigt, dass für eine wirkungsvolle Umsetzung bei den Bahnen über längere Zeit eine enge Begleitung mit entsprechendem Wissenstransfer notwendig ist.

Permanente Systemaufgabe

Um die gewonnenen Erkenntnisse den Meterspurbahnen langfristig zu Verfügung zu stellen, wird das BAV RAILplus ab Mitte 2026 mit einer permanenten Systemaufgabe beauftragen. Konkret erhält RAILplus den Auftrag, in den Bereichen Fahrzeug, Fahrbahn und Interaktion Kompetenzzentren, genannt Meterspurzentren, aufzubauen und zu betreiben. So sollen das Wissen und die gesammelte Erfahrung allen Unternehmen bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Das BAV finanziert diese Systemaufgabe mit 1 Million Franken pro Jahr. Das Geld stammt wie bei allen Systemaufgaben aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF).

Eine Systemaufgabe kann das BAV einsetzen, wenn übergeordnete Aufgaben des Eisenbahnverkehrs bewältigt werden müssen, die mehrere Unternehmen betreffen. Die rechtliche Grundlage für die Systemaufgaben (Art. 37 EBG) wurde mit der Vorlage «Organisation der Bahninfrastruktur» (OBI) geschaffen.