Neue BAV-Direktionsmitglieder im Interview
Per Anfang August 2026 haben zwei neue Direktionsmitglieder des BAV ihre Ämter angetreten: Reto von Salis als neuer Leiter der Abteilung Infrastruktur und Astrid Krauthausen als Leiterin der Sektion Strategische Projekte. Im «BAV Blog» verraten sie, was ihre Prioritäten für die ersten Monate sind.
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Ihr kommt beide von der SBB. Was bringt Ihr von dort an Erfahrungen und Wissen ins BAV mit?
- Reto von Salis: Ich war bei der SBB während über 25 Jahren in unterschiedlichsten Funktionen tätig. Dabei habe ich gelernt, wie eng Planung, Angebot, Betrieb, Finanzierung und Umsetzung im Bahnsystem miteinander verbunden sind. Gleichzeitig bringe ich langjährige Führungserfahrung, ein breites Netzwerk sowie Erfahrung im Umgang mit komplexen Infrastrukturvorhaben und unterschiedlichen Anspruchsgruppen mit. Dieses Wissen möchte ich nun beim BAV für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs einbringen.
- Astrid Krauthausen: Als Programmleiterin durfte ich bei der SBB an ganz unterschiedlichen Themen arbeiten – unter anderem Sicherheit im Zug, neue Mobilitätsdienstleistungen und künstliche Intelligenz. Dabei habe ich vor allem gelernt, mit Komplexität und Unsicherheit umzugehen. Neue Technologien, steigender Kostendruck und die wachsenden Erwartungen an integrierte Mobilitätslösungen verlangen, dass wir uns weiterentwickeln. Dazu bringe ich den Blick auf das ganze System mit. In meiner Freizeit imkere ich und erlebe die komplexe Welt der Bienen hautnah. Auch bei ihnen kommt es vor allem auf die gute Zusammenarbeit an. Ich hatte auch Bienen am SBB-Hauptsitz im Wankdorf. Gute Planung und viel Wissen über die Bienen sind wichtig, aber am Ende ist eine gute Honigernte noch von vielen weiteren Faktoren abhängig. Im öV entstehen gute Lösungen durch Menschen, die gemeinsam etwas erreichen wollen. Dafür brauchen wir geeignete Strukturen, einfache und gute Prozesse und schliesslich auch die passenden Werkzeuge und Technologien.
Warum habt Ihr Euch für den Wechsel ins BAV entschieden?
- Reto von Salis: Mich motiviert die Möglichkeit, die Zukunft des öffentlichen Verkehrs aus einer übergeordneten Perspektive mitzugestalten. Das BAV schafft die Rahmenbedingungen dafür, dass der öffentliche Verkehr auch langfristig sicher, attraktiv, leistungsfähig und finanzierbar bleibt. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Mitarbeitenden des BAV sowie den Partnern aus Branche, Politik und Kantonen Lösungen zu entwickeln, die das Gesamtsystem stärken und einen nachhaltigen Nutzen für die Schweiz schaffen.
- Astrid Krauthausen: Für die grossen Herausforderungen der Zukunft wie zum Beispiel die Automatisierung des Bahnbetriebs braucht es die Weiterentwicklung des ganzen Systems. Ich denke, dass das BAV neben seiner Rolle als Regulator künftig noch stärker Orientierung geben und die richtigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche, branchenübergreifende Zusammenarbeit schaffen kann. Mit dem Wechsel ins BAV möchte ich die Chance nutzen, gute Voraussetzungen für diese Entwicklung zu schaffen und erste strategische Projekte erfolgreich umzusetzen.
Was sind Eure Prioritäten und Schwerpunkte für die ersten Monate im BAV?
- Reto von Salis: Ich möchte vor allem zuhören, verstehen und Vertrauen aufbauen. Mir ist wichtig, die Mitarbeitenden, ihre Aufgaben und ihre Sichtweisen kennenzulernen. Gleichzeitig möchte ich die Partner in der Branche und bei den Kantonen möglichst rasch persönlich kennenlernen. Inhaltlich werde ich mich auf die zentralen Themen konzentrieren – insbesondere auf «Verkehr ‘45», den effizienten Einsatz der finanziellen Mittel und die langfristige Weiterentwicklung des Bahnsystems. Am Anfang jeder Planung sollten die verkehrliche Nachfrage und das daraus abgeleitete Angebot stehen. Die Infrastruktur ist kein Selbstzweck, sondern muss dafür die bestmögliche Lösung bieten. Ebenso wichtig ist mir die Zusammenarbeit. Gute Lösungen entstehen dort, wo unterschiedliche Perspektiven früh einbezogen werden und wir gemeinsam Verantwortung übernehmen.
- Astrid Krauthausen: Als Erstes möchte ich meine neuen Kolleginnen und Kollegen kennenlernen und verstehen, wie das BAV heute arbeitet. Was funktioniert gut? Was könnte besser laufen? Und welche Fähigkeiten werden wir in Zukunft zusätzlich brauchen? Gleichzeitig möchte ich neue Wege ausprobieren, denn so lernen wir uns gegenseitig kennen, schaffen Orientierung und entwickeln das BAV Schritt für Schritt weiter.