Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr

Auch Reisende mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck profitieren von Niederflureinstiegen.

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) hält fest, dass der öffentliche Verkehr (öV) bis spätestens Ende 2023 den Bedürfnissen der behinderten und altersbedingt eingeschränkten Reisenden entsprechen muss. Die Umsetzung ist auf gutem Weg.

Von den Vorgaben des BehiG profitieren nebst behinderten Personen auch Seniorinnen und Senioren mit altersbedingten Einschränkungen. Für jüngere Leute mit viel Gepäck, Kinderwägen oder einen eingegipsten Bein sind ebenerdige Einstiegsmöglichkeiten in den öV ebenfalls eine grosse Erleichterung.

Das BehiG richtet sich im öV in erster Linie an die Transportunternehmen bzw. die Infrastrukturbetreiber. Das BAV ist als Aufsichtsbehörde, Subventionsgeber und Baubewilligungsbehörde bei der Eisenbahn mitbetroffen und greift deshalb unter Berücksichtigung des im BehiG festgelegten Verhältnismässigkeitsprinzips steuernd ein.

Die Anpassungsfrist für bestehende Infrastrukturen (Bahnhöfe, Haltestellen) und Fahrzeuge (Rollmaterial) im öV beträgt 20 Jahre und läuft damit bis Ende 2023. Im Regionalverkehr sind bereits weitgehend Niederflugzüge im Einsatz, welche von Personen mit eingeschränkter Mobilität autonom benützt werden können. Für den Fernverkehr hat das BAV die Vorgabe erlassen, dass bis Ende 2023 mindestens ein Zug pro Stunde und Richtung über autonom benutzbare Niederflureinstiege verfügen muss. Bei den Bahnhöfen und Haltestellen sind die Vorgaben des BehiG für über zwei Drittel der Reisenden erfüllt, weitere Anpassungen sind aufgegleist: Das BAV hat 2017 beschlossen, zusätzliches Geld für die Anpassung der Bahnhöfe und Haltestellen zur Verfügung zu stellen und eine Planungsanweisung an die Infrastrukturbetreiber zu erlassen. Die Billettautomaten sowie die Kommunikationssysteme (Abfahrtsanzeigen, Information im Fahrzeug) mussten bereits bis Ende 2013 angepasst werden.

Gemäss einer Evaluation, welche im Auftrag im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen erstellt wurde, wurde bei der Umsetzung des BehiG im öV im Vergleich zur Umsetzung in anderen Bereichen besonders viel erreicht: "Die grössten Fortschritte wurden zweifelsfrei im öffentlichen Verkehr erzielt." Als grösster Handlungsbedarf verbleibt im öV die Anpassung der Bushaltestellen. Hierfür sind Kantone und Gemeinden zuständig.

Anpassung der Bahnhöfe

Standbericht 2018 (PDF, 2 MB, 06.12.2018)Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes an Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen

Umsetzung Behindertengleichstellung an Bahnhöfen (PDF, 1 MB, 11.05.2017)Referat Dr. Peter Füglistaler, Direktor Bundesamt für Verkehr und Anna Barbara Remund, Bundesamt für Verkehr/Abteilungschefin Infrastruktur, 11. Mai 2017

Spielraum und Voraussetzungen

Dem Spielraum der barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Verkehrs sind insbesondere technische Grenzen gesetzt. Deshalb gelten gewisse Grundvoraussetzungen für die autonome öV-Benützung, auf die das BAV im nachfolgenden Dokument hinweist.

https://www.bav.admin.ch/content/bav/de/home/themen-a-z/barrierefreiheit.html