Höchster Bahnanteil im alpenquerenden Güterverkehr seit 30 Jahren

Bern, 17.03.2022 - Der Anteil der Bahn am gesamten Gütertransport durch die Alpen hat im letzten Jahr mit 74,9 Prozent den höchsten Wert seit 30 Jahren erreicht. Das ist auf die Fertigstellung der NEAT mit dem Ceneri-Basistunnel, die Inbetriebnahme des Vier-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse sowie weitere Massnahmen zugunsten der Verlagerungspolitik zurückzuführen. Die Lastwagenfahrten durch die Alpen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

Im letzten Jahr haben rund 860'000 Lastwagen die Alpen durchquert. Das sind etwa 3000 weniger als 2020 (-0,23 Prozent). Bei der Einführung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe 2001 waren es 1,4 Millionen schwere Güterfahrzeuge. Der Rückgang beträgt seither damit rund 40 Prozent. Das zeigen die neuen Zahlen des BAV zum alpenquerenden Güterverkehr. Das gesetzliche Verlagerungsziel von 650'000 Fahrten wird allerdings trotz der Fortschritte weiterhin verfehlt.

 Auf der Schiene sind 2021 insgesamt 28,4 Millionen Tonnen transportiert worden. Die Bahn hat sich damit vom Einbruch im Vorjahr erholt, der auf die Corona-Pandemie und die dadurch ausgelöste sinkende Nachfrage zurückzuführen war. Besonders stark zugelegt hat der Transport auf der Gotthard-Achse (+17,3 Prozent). Dies dank dem Ceneri-Basistunnel sowie der Inbetriebnahme des 4-Meter-Korridors. Auch auf der Lötschberg-Simplon-Achse haben die Schienentransporte zugenommen (+7,2 Prozent), auch wenn dort baustellenbedingt weniger Güter geführt werden konnten.

Im unbegleiteten kombinierten Verkehr konnten Behälter mit vier Metern Eckhöhe bis vor kurzem nur auf der Lötschberg-Simplon-Achse verkehren. Inzwischen ist dies auch auf der Gotthard-Achse möglich. Dank der durchgehenden Flachbahn können dort nun auch längere und schwerere Züge fahren. Die Nachfrage hat im ersten Betriebsjahr entsprechend stark zugenommen.

Der Marktanteil der Schiene am gesamten alpenquerenden Güterverkehr ist im letzten Jahr auf 74,9 Prozent gewachsen. Das ist der höchste Wert seit 30 Jahren.

Dazu beigetragen haben neben den Infrastrukturausbauten auch die vom UVEK vorbereiteten ergänzenden Massnahmen, die das Parlament 2020 beschlossen hat. Dazu gehört, die Trassenpreise für Züge zu senken und langen Güterzügen einen Sonderrabatt zu gewähren. Das verbilligt Bahntransporte und ermöglicht mehr Kapazitäten. Zudem wurde beschlossen, die Betriebsbeiträge für die Transporteure des kombinierten Verkehrs bis 2030 weiterzuführen.


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