Elemente der NEAT

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Die NEAT besteht aus drei Basistunnel und deren Zufahrtsstrecken. Diese queren die Alpen auf der Höhe des schweizerischen Mittellandes und lösen die bestehenden Bergstrecken, die beträchtliche Höhenunterschiede aufweisen, als Hauptverkehrsachsen ab:

Lötschberg-Basistunnel

Der Lötschberg-Basistunnel ist 34 Kilometer lang und seit 2007 in Betrieb. Er führt vom Berner Oberland ins Wallis. Von dort führt die Strecke weiter durch den Simplon-Tunnel nach Norditalien. Der Bau dauerte acht Jahre, die Kosten beliefen sich auf rund 5,3 Milliarden Franken (heutige Kosten inkl. Zinsen und Mehrwertsteuer). Der Lötschberg-Basistunnel wurde auf dem grössten Teil der Strecke – zwischen Ferden und Mitholz – zweiröhrig ausgebrochen. Um Kosten zu sparen, wurde der Tunnel aber vorerst nur auf einem Drittel der Strecke zweispurig fertig ausgebaut. Der Rest der ausgebrochenen zweiten Röhre dient als Rettungsstollen. 2018 hat der Bundesrat im Rahmen des Eisenbahn-Ausbauschritts 2035 beschlossen, auch den ausgebrochenen Teil der zweiten Röhre vollständig auszurüsten. Die Kosten hierfür betragen rund 0,9 Milliarden Franken. Der Lötschberg-Basistunnel verkürzte die Reisezeiten zwischen wichtigen Destinationen in der Deutschschweiz und Zielen im Wallis und in Norditalien um bis zu eine Stunde. Personenzüge verkehren im Stunden- und zu Spitzenzeiten im Halbstundentakt durch den Lötschberg-Basistunnel. Auch für den Güterverkehr ist er sehr wichtig: Pro Tag können bis zu 110 Güterzüge durch den Lötschberg-Basistunnel fahren.

Gotthard-Basistunnel

Der Gotthard-Basistunnel hat mit 57 Kilometern den Seikan-Tunnel in Japan (53,8 Kilometer Länge) als längsten Eisenbahntunnel der Welt abgelöst. Er ist mit bis zu 2300 Metern Felsüberdeckung auch der am tiefsten unter den Bergen liegende Tunnel der Welt. Der Gotthard-Basistunnel besteht aus zwei vollausgebauten, separaten Röhren und verkürzt gegenüber der bisherigen Berglinie die Strecke zwischen den Kantonen Uri und Tessin um rund 30 Kilometer. Seit Dezember 2016 ist der Gotthard-Basistunnel im regulären Betrieb. Pro Tag können bis zu 260 Güterzüge durch den Gotthard-Basistunnel fahren. Im Personenverkehr wird schrittweise der Halbstundentakt eingeführt. Die Kosten für den Gotthard-Basistunnel belaufen sich auf 12,2 Milliarden Franken (heutige Kosten inkl. Zinsen und Mehrwertsteuer). Die grosse Bedeutung des Gotthard-Basistunnels zeigte sich anlässlich der feierlichen Eröffnung am 1. Juni 2016, an welcher die Staats- bzw. Regierungschefs aller Nachbarländer, die EU-Verkehrskommissarin und der Gesamtbundesrat vertreten waren.

Ceneri-Basistunnel

Der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel im Tessin komplet­tiert die Gotthard-Achse. Er kostet 3,6 Mil­liarden Franken (heutige Kosten inkl. Zinsen und Mehrwertsteuer) und wird 2020 in Betrieb genommen. Der Ceneri-Basistunnel besteht ebenfalls aus zwei vollausgebauten, separaten Röhren. Mit den Basistunnels am Gotthard und Ceneri wird sich die Fahrzeit von Zürich nach Lugano um rund 45 Minuten verkürzen (1:53 statt 2:38). Die Reise nach Mailand wird dank der NEAT rund eine Stunde schneller (3 statt 4 Stunden). Der Ceneri-Basistunnel wird zudem das regionale Bahn­netz im Tessin durch massiv kürzere Reisezeiten und bessere Ver­bindungen attraktiver machen. Die Fahrt zwischen Lugano und Locarno dauert dann statt 55 nur noch 30 Minuten.

Ausbau der Zufahrtsstrecken

Um auch die Zufahrten zu den Basistunneln an die steigenden Anforderungen anzupassen, investiert die Schweiz weitere rund 1,7 Milliarden Franken (heutige Preise, inkl. Zinsen und Mehrwertsteuer) – primär in neue Signalanlagen, welche es erlauben, Züge rascher nacheinander fahren zu lassen.

Die Schweiz hat mit Deutschland (1996) und Italien (1999) in Staatsverträgen vereinbart, dass die Zulaufstrecken auch im angrenzenden Ausland ausgebaut werden. Es wurde beschlossen, dass die deutsche Rheintalstrecke und die verschiedenen italienischen Zulaufstrecken "Schritt haltend mit der Verkehrsnachfrage" für die NEAT ausgebaut werden. Diese Arbeiten sind im Gang und werden regelmässig in bilateralen Ausschüssen überprüft.

Zudem werden im Inland und in Norditalien verschiedene Hindernisse beseitigt. Während die Basistunnel und die Lötschbergachse bereits für den Bahnverlad von Sattelaufliegern mit 4 Metern Eckhöhe konzipiert sind, war dies auf den Zulaufstrecken der Gotthardachse noch nicht möglich. Der Bund hat deshalb 2014 die Anpassung von verschiedenen Tunnel, Perrondächern und Fahrleitungen in Auftrag gegeben. Damit wird bis 2020 der durchgehende Transport von Containern und Sattelaufliegern mit 4 Metern Eckhöhe auf der schweizerischen Nord-Süd-Achse möglich. Dies ist wichtig, weil Transporte mit 4 Metern Eckhöhe im kombinierten Verkehr ein stark wachsendes Segment darstellen. Die Schweiz finanziert auch entsprechende Profilanpassungen auf der italienischen Luino-Linie, damit wichtige Umladeterminals für 4-Meter-Transporte erreichbar sind.

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