Störfallvorsorge

Die Störfallverordnung (StFV) soll die Bevölkerung und die Umwelt vor schweren Schädigungen infolge von Störfällen schützen. Sie gilt unter anderem für Eisenbahnanlagen, auf denen gefährliche Güter transportiert oder umgeschlagen werden.

Risiken aus dem Gefahrguttransport

Der Inhaber einer Eisenbahnanlage im Geltungsbereich der Störfallverordnung hat der Behörde zunächst einen Kurzbericht einzureichen. Der Bericht beschreibt die Anlage und ihre Umgebung, das Gefahrenpotenzial sowie die bestehenden Sicherheitsmassnahmen (Art. 5 StFV). Zudem enthält er Aussagen zu den möglichen Schädigungen der Bevölkerung und der Umwelt infolge von Störfällen. Der Inhaber der Bahnanlage schätzt dabei das Ausmass der möglichen Schädigung im Kurzbericht ein. Er kann dafür auch ein Screeningverfahren einsetzen. Aufgrund der Einschätzung entscheidet die Behörde, ob eine eingehende Risikoermittlung erforderlich ist (Art. 6 StFV). Die Behörde beurteilt dann anhand der vom Inhaber erstellten Risikoermittlung (Art. 7 StFV) die Tragbarkeit des Risikos und die erforderlichen Massnahmen (Art. 8 StFV) .

Screening der Personenrisiken

Die Personenrisiken beim Transport gefährlicher Güter auf der Bahn werden regelmässig für das ganze der StFV unterstellte Netz abgeschätzt. Die Ergebnisse werden jeweils in einem Bericht zusammengefasst:

Der aktuelle Bericht (ohne Änderung der Methodik seit dem letzten Bericht) kommt zum Schluss, dass auf dem Bahnnetz der Schweiz keine nicht akzeptablen Personenrisiken bestehen.

Screening der Umweltrisiken

Der Transport von gefährlichen Gütern birgt auch für die Umwelt Risiken. Das BAV und das BAFU haben gemeinsam eine Methodik zur Berechnung des Risikos für Grundwasser und Oberflächengewässer entwickelt. Die Ergebnisse der Berechnungen sind ebenfalls in einem Bericht zusammengefasst:

Der Bericht stellt die Untersuchungsergebnisse zu den Streckenabschnitten des schweizerischen Bahnnetzes vor, für die ein erhöhtes Umweltrisiko besteht. Anhand der Datenlage entscheidet die Behörde, ob der Inhaber des betroffenen Streckenabschnitts eine Risikoermittlung vornehmen muss.

Methodik

Die jeweils angewandte Methodik für die Berechnung der Personen- und Umweltrisiken wird in Berichten erläutert:

Weitere Informationen

https://www.bav.admin.ch/content/bav/de/home/themen-a-z/umwelt/gefahrgut/stoerfallvorsorge.html