Fahrplanverfahren

SBB Fahrplan im Bahnhof

Mehr als 10'000 Züge und weit mehr Buskurse befördern in der Schweiz täglich über eine Million Fahrgäste. Das Erstellen des Fahrplans für das wohl weltbeste Angebot im öffentlichen Verkehr ist äusserst komplex. Die oberste Verantwortung dafür hat das Bundesamt für Verkehr (BAV). Es initiiert und beaufsichtigt den Prozess der Fahrplanerstellung und ist verantwortlich für die Publikation des Fahrplans. Als Aufsichtsbehörde wacht es auch darüber, dass der publizierte Fahrplan tatsächlich eingehalten wird.

Die Grundzüge des Fahrplans (z.B. die Häufigkeit der Züge und deren Anschlüsse in den Knotenbahnhöfen) werden im Regional- und Agglomerationsverkehr von den Bestellern (Bund, Kantone und Gemeinden) gemeinsam mit den Transportunternehmen erarbeitet, während die SBB das Angebot für den Fernverkehr selbst entwickelt. Die Knochenarbeit für das Zusammenführen aller Wünsche und das Erstellen des Fahrplans inklusive der Trassen für den Güterverkehr übernimmt die SBB-Division Infrastruktur im Interesse des gesamten öV-Systems in der Schweiz sowie der Güterbahnen, deren Fahrplan nicht im Kursbuch enthalten ist. Künftig soll die Verantwortung für einen diskriminierungsfreien Fahrplan bei der Trassenvergabestelle liegen, die den operativen Teil der Fahrplanerstellung weiterhin an die SBB delegieren wird.

Der Fahrplan tritt in der Regel ab dem zweiten Sonntag im Dezember für ein Jahr in Kraft. Er wird jeweils für zwei Jahre erstellt, doch können im Zwischenjahr kleinere Anpassungen vorgenommen werden. Noch bevor der neue Fahrplan in Kraft tritt, werden die Arbeiten für die nächste Periode aufgenommen. Jeweils Ende Mai bis Anfang Juni wird der Stand der Öffentlichkeit vorgestellt. In dieser Zeit wird der ab dem nächsten Dezember gültige Fahrplan im Internet publiziert (www.fahrplanentwurf.ch). Während ungefähr zwei Wochen haben die Kundinnen und Kunden sowie die interessierten Gemeinden und Verbände die Möglichkeit, sich zum Fahrplanentwurf zu äussern. Die Kantone sammeln die eingegangenen Stellungnahmen, werten diese aus und unterbreiten sie den betroffenen Unternehmen.

Das Endprodukt wird rund einen Monat vor dem Fahrplanwechsel veröffentlicht. Es steht den Benutzerinnen und Benutzern auf verschiedenen Plattformen zur Verfügung:

Letztmals im November 2016 wurde das seit 1905 publizierte offizielle Kursbuch in gedruckter Form veröffentlicht. Die Schweiz war eines der letzten europäischen Länder, in denen es noch auf Papier herausgegeben wurde. Im vertrauten Kursbuch-Bild sind einzelne Seiten auf www.fahrplanfelder.ch im pdf-Format greifbar.

Dynamische Abfragen erlaubt der elektronische Fahrplan auf
www.sbb.ch.

 

Letzte Änderung 17.09.2018

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