Regionalverkehr: hohe Qualität und Pünktlichkeit im Jahr 2020

Bern, 11.05.2021 - Die Züge und Busse des Regionalverkehrs, die alle Landesteile der Schweiz bedienen, sind mehrheitlich in gutem Zustand und ordentlich. Zudem verkehren sie meistens pünktlich. Dies gilt namentlich für die Züge im Agglomerationsverkehr (S-Bahn-Züge), auf dem Land und in den Bergregionen. So lautet das Fazit des Berichts über das Qualitätsmesssystem im regionalen Personenverkehr (QMS RPV) für das Jahr 2020, der heute vom Bundesamt für Verkehr (BAV) veröffentlicht wurde. Erstmals enthält dieser Bericht auch Daten zur Pünktlichkeit.

Das QMS RPV dient dazu, die Qualität der von Bund und Kantonen subventionierten Leistungen im Regionalverkehr zu beurteilen. Dieses System beruht auf zwei Pfeilern: einerseits auf Erhebungen vor Ort durch Testkundinnen und -kunden und andererseits auf Pünktlichkeitsmessungen, die auf Fahrgastinformationsdaten basieren, die von den Transportunternehmen selbst bereitgestellt werden. Die Bereitstellung dieser Daten erwies sich als aufwändig, sodass es bisher nicht möglich war, Angaben zur Pünktlichkeit zu veröffentlichen. Inzwischen sind zahlreiche Unternehmen in der Lage, die notwendigen Daten in der geforderten Menge und Qualität zu liefern. Es ist somit das erste Mal, dass das BAV auch repräsentative Angaben zur Pünktlichkeit machen kann. Im Bericht wird indessen nur das zweite Halbjahr 2020 betrachtet (1.7.–12.12.2020), denn aufgrund der Einschränkungen zum Angebot, die im Frühjahr durch die Corona-Pandemie verursacht wurden, liegen für die erste Jahreshälfte unvollständige Daten vor.

Der Regionalverkehr gilt als pünktlich, wenn das Fahrziel mit weniger als drei Minuten Verspätung erreicht wird. Am besten schneidet die Bahn ab: Im gesamtschweizerischen Durchschnitt trafen 95 Prozent der berücksichtigten Züge rechtzeitig ein (weniger als 3 Minuten Verspätung). Direkte Züge vom Typ RegioExpress (RE) und Interregio (IR), die zum RPV zählen, haben jedoch häufiger Verspätung als Züge des Agglomerationsverkehrs (S-Bahn) und solche, die ausserhalb der Zentren verkehren (in ländlichen Gebieten und Bergregionen). Die Regionalbusse sind schweizweit in rund 90 Prozent aller Fälle pünktlich. Dabei erzielen die Buslinien in ländlichen Regionen und im Berggebiet bessere Ergebnisse als diejenigen in den Agglomerationen.

Qualitätsmerkmale

Die Werte für die von den Testkundinnen und -kunden bewerteten Qualitätsmerkmale blieben auch im Jahr 2020 gesamthaft gut und gegenüber dem Vorjahr stabil. Wie in den vergangenen Jahren erhielten die Indikatoren Ordnung (keine Abfälle oder liegengelassene Zeitungen) und Schadensfreiheit (guter Zustand der Sitze und Abfallbehälter, funktionstüchtige Toiletten und Billettautomaten usw.) die besten Noten.

Am schlechtesten beurteilt wurde dagegen erneut die Sauberkeit (z. B. keine Flecken, kein Staub, kein Schmutz), gefolgt vom Indikator Kundeninformation (Durchsagen, Anzeigen, Aushang von Liniennetz- und Fahrplänen). Sowohl bei Bussen als auch bei Zügen sind insgesamt Verbesserungen erkennbar, und zwar in der ganzen Schweiz und unabhängig von der Grösse der Transportunternehmen. Demgegenüber wurden die Sauberkeit und die Kundeninformation an den Haltestellen im Berichtsjahr deutlich schlechter bewertet als im Jahr 2019.

Einheitliche Bewertungsmethode

Der RPV wird von Bund und Kantonen bestellt und von diesen mit derzeit rund zwei Milliarden Franken pro Jahr mitfinanziert. Mit dem Qualitätsmesssystem kann die öffentliche Hand die Qualität der Leistungen im RPV schweizweit nach einer einheitlichen Methode beurteilen, dokumentieren und vergleichen. Die Ergebnisse der Unternehmen werden regelmässig analysiert. Sie können als Grundlage dienen, um gegebenenfalls via Angebots- und Zielvereinbarungen Verbesserungen von den im RPV tätigen Unternehmen zu verlangen.


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