BAV erarbeitet Grundlagen für noch bessere Energie- und CO2-Effizienz des öV

Mit der Energiestrategie im öffentlichen Verkehr (ESöV) 2050 fördert das BAV eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz und die CO2-Reduktion im öffentlichen Verkehr. Damit die Transportunternehmen ihre Potenziale besser ausloten, sich mit anderen vergleichen und Fortschritte genauer messen können, erarbeitet das Amt in diesem Rahmen ein neues Instrument. Mit diesem sollen bessere Kennzahlen zum Energieverbrauch und zum CO2-Ausstoss des öV bereitgestellt werden.

Das BAV will die Energieeffizienz im öV verbessern. (Foto: SBB CFF FFS)

Mit dem Projekt «EsöV-Monitoring» will das Bundesamt für Verkehr (BAV) den Energieverbrauch und CO2-Ausstoss der einzelnen Verkehrsmittel und –arten sowie der verschiedenen Energieträger im öV einheitlich ermitteln. Abgestimmt mit dem Bundesamt für Statistik soll dafür eine neue Erhebungsplattform entwickelt werden. Nach den nötigen Tests soll im Jahr 2021 die erste Vollerhebung mit den Daten aus dem Jahr 2020 stattfinden. Das BAV wird die Transportunternehmen zu gegebener Zeit über die Details informieren.

Das Monitoring unterstützt die Bemühungen der öV-Unternehmen, mit der Energie umweltfreundlicher umzugehen. Es soll die langfristige Entwicklung in der Branche dokumentieren und Potenziale aufzeigen. Dank einheitlichen Angaben können die Unternehmen besser Fortschritte messen und Ziele festlegen. Zudem können sie ihren Energieverbrauch, ihre Energieeffizienz und ihre Energieproduktion mit anderen Unternehmen vergleichen (Benchmarking). Mit dem neuen Instrument will der Bund auch wichtige Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der ESöV 2050 gewinnen.

Fördergeld für Forschungsprojekte

Der öffentliche Verkehr verbraucht zwar weniger Energie als der Privatverkehr. Aber auch er kann und muss einen substanziellen Beitrag zum Energiesparen und zur CO2-Reduktion leisten. Der Bundesrat hat das BAV mit der Konkretisierung der ESöV 2050 und damit der weiteren Optimierung der Energieeffizienz im öV beauftragt. Ziel ist, rund eine Milliarde Kilowattstunden pro Jahr einzusparen – das entspricht Strom für 250'000 Haushalte.

Der Bund unterstützt die Transportunternehmen mit Fördergeldern für Forschungsprojekte, welche die Basis schaffen für die Energiesparmassnahmen. Seit dem Start 2013 sind so im Rahmen der ESöV 99 Projekte lanciert worden; 45 Projekte sind bereits abgeschlossen.

Mehrere Auszeichnungen

Dieser Ansatz bewährt sich. 2019 sind sechs durch die ESöV finanziell unterstützte Projekte in der Schweiz und im Ausland ausgezeichnet worden. Beispielweise hat ein Team der ETH Lausanne sowohl den Schweizer Preis «Watt d’Or» wie auch den internationalen Preis «Railtech Innovation Award» für die Entwicklung von wärmedämmenden, für Handystrahlen durchlässigen Scheiben gewonnen. Ausserdem wurden Mitarbeiter der SBB mit dem "Best Professional Paper Award" an der International Conference on Railway Operations Modelling and Analysis in Norwegen gekrönt. Sie haben Empfehlungen erstellt, damit die Zugführer im Rahmen des Fahrplans energieoptimal fahren.

Diese Auszeichnungen bestätigen die Qualität und die Innovationskraft der Arbeiten im Bereich des öV. Das BAV ruft die Transportunternehmen auf, gemeinsam mit der Industrie und Hochschulen weitere Massnahmen umzusetzen. Dazu können sie beim BAV auch weiterhin Gesuche für die Unterstützung von Forschungs- und Pilotprojekten einreichen. Information und Gesucheingabe finden sich unter www.bav.admin.ch/energie2050.

 

BAV-News Nr. 73 Oktober 2019

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