Netzzustandsberichte

RTE 29900
RTE 29900

Einheitliche Berichte tragen dazu bei, die Übersicht im Bereich Netzzustand zu verbessern. Seit 2015 müssen alle Infrastrukturbetreiberinnen ihr Netz nach einheitlichen Vorschriften, Kriterien und Indikatoren beurteilen (Regelwerk Technik Eisenbahn 29900, RTE-29900). Das Ziel ist eine qualitativ hochwertige, umfassende und leicht lesbare Übersicht über den Zustand der Bahninfrastruktur in der Schweiz. Dank den gemeinsamen Regeln kann das BAV die Einzelberichte der Unternehmen zu einem Gesamtbild im Rahmen der Berichterstattung LV zusammenführen.

Einheitliche Berichte zum Zustand des Bahnnetzes als neues Steuerungsinstrument

Seit einiger Zeit messen die Infrastrukturbetreiberinnen (ISB) den Zustand des Schienennetzes. Damit können sie die Instandhaltungs- oder Erneuerungsarbeiten sowie den erforderlichen Finanzbedarf besser planen und priorisieren.

Im Bestreben, diese Berichte noch wirkungsvoller zu nutzen, hat die Branche in enger Zusammenarbeit mit dem BAV unlängst gemeinsame Standards für deren Erstellung festgelegt. Seit 2015 müssen alle Eisenbahnunternehmen ihr Netz nach einheitlichen Vorschriften, Kriterien und Indikatoren beurteilen (Regelwerk Technik Eisenbahn 29900 RTE-29900). Das Ziel ist eine qualitativ hochwertige, umfassende und leicht lesbare Übersicht über den Zustand der Bahninfrastruktur in der Schweiz. Dank der gemeinsamen Regeln kann das BAV die Einzelberichte der Unternehmen zu einem Gesamtbild zusammenführen.

Die Infrastrukturanlagen sind in acht Anlagentypen unterteilt: Fahrbahn, Kunstbauten (Brücken, Tunnel usw.), Bahnstromanlagen, Sicherheitsanlagen, Niederspannungs- und Telekommunikationsanlagen, Bahnzugangsanlagen (Perrons, Passagierunterführungen usw.), Wartungsfahrzeuge, Betriebsmittel und Diverse. Die ISB bewerten sie hauptsächlich anhand ihrer Nutzungsdauer bzw. der Phase des Lebenszyklus, in dem sich die fragliche Anlage befindet. Daraus werden fünf Zustandsklassen abgeleitet. Sie reichen von 1 für eine neue Anlage, die keine besondere Massnahme erfordert, bis 5 für eine Anlage in kritischem Zustand, die nach Sofortmassnahmen verlangt. Die Sicherheitsstandards werden ungeachtet der Zustandsklasse jederzeit eingehalten: Eine Anlage der Zustandsklasse 5 hat zwar ihre normale Nutzungsdauer überschritten, erfüllt die Sicherheitsanforderungen jedoch immer noch.

Auf Basis der eingereichten Angaben wurde der allgemeine Zustand des schweizerischen Schienennetzes für das Jahr 2014 mit der Note 2,8 beurteilt. Einerseits heisst das, dass sich der grösste Teil des Netzes in ausreichendem bis gutem Zustand befindet. Andererseits kann daraus abgelesen werden, dass langfristig mehr investiert werden muss, um die als optimal geltende Note 2,5 zu erreichen.

Die Erstellung harmonisierter Netzzustandsberichte ist eine positive Entwicklung. Beim Ziehen von Schlussfolgerungen ist indes Zurückhaltung angebracht. Weil das System zum ersten Mal angewandt wurde, können noch keine zeitlichen Vergleiche gezogen werden. Desgleichen ist beim Vergleich der ISB untereinander wegen der unterschiedlichen topografischen Eigenheiten der Netze Zurückhaltung geboten. Zudem benotet jedes Unternehmen seine Infrastrukturen selbst.

Die Netzzustandsberichte werden von Jahr zu Jahr an Relevanz und Genauigkeit gewinnen. Das BAV ist zuversichtlich, dass sie rasch zu einem guten Steuerungsinstrument werden.

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