Wenn weniger mehr ist: Wärmedämmung bei Technikgebäuden

Wie sollten Bahntechnikgebäude gestaltet werden, damit diese mit möglichst wenig Energieaufwand ihre Funktion zuverlässig erfüllen können? Hauptansatzpunkte des Projekts sind die Optimierung der Gebäudehülle, eine angemessene Dimensionierung der Lüftungs- und Klimakälteanlagen, deren optimale Regelung und die Eigenversorgung mit Photovoltaikstrom.

Die Projektnehmer SBB, BLS und RhB haben hochauflösende, thermische Simulationen durchgeführt. Diese zeigen, dass bei den betrachteten Technikgebäuden die internen Lasten (vorwiegend Abwärme von Rechnern) dominant sind und die Aussentemperaturen die Wärmebilanz wenig beeinflussen.

Die Simulationen brachten zwei zentrale Erkenntnisse: Erstens lässt sich durch eine auf den effektiven Kältebedarf reagierende Regelung der Lüftungs- und Kälteanlage sehr viel Strom sparen. Entsprechend wurde mittels Simulationsmodell eine optimierte Regelung entwickelt, welche nun in einer Pilotanlage der SBB umgesetzt wird. Sie wälzt nur so viel Luft um wie nötig, nutzt so viel freie Kühlung wie möglich und regelt dabei auch noch Umluft, mechanische Kälte und Luftqualität.

Zweitens zeigen die Simulationen der Studie, dass standortunabhängig der gleiche Grundsatz gilt: «So wenig Wärmedämmung wie möglich, so viel wie nötig». Es gilt zu vermeiden, dass die minimale Temperaturvorgabe von beispielsweise 5 °C im Innenraum unterschritten wird.

Der Leitfaden Bahntechnikgebäude – Energieeffizienz im Technikraum macht das erarbeitete Wissen auch den nichtbeteiligten Bahnunternehmen zugänglich. Das verwendete Simulationstool EnergyPlus ist open source und kann kostenlos heruntergeladen werden. Eingabefiles stellt die SBB auf Nachfrage zur Verfügung.

P-141: Kurzbeschrieb

P-141: Schlussbericht

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