Bundesamt für Verkehr

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Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB)

In der Schweiz sind gegenwärtig mehrere Grossprojekte im Bereich Schieneninfrastruktur im Bau oder in Planung: Bahn 2000, NEAT, HGV-Anschluss und Lärmsanierung. Diese Grossprojekte, so haben es Volk und Stände 1998 beschlossen, sollen die schweizerische Bahninfrastruktur umfassend modernisieren und dazu beitragen, den gesetzlichen Auftrag der Güterverlagerung von der Strasse auf die Schiene zu erfüllen.
Der finanzielle Rahmen dieser Grossprojekte hat sich aber aufgrund verschiedener Ursachen ungünstig entwickelt (Entlastungsprogramm, Mehrkosten bei der Neat etc.). Die knappen Mittel zwingen heute zu einer verschärften Prioritätensetzung im Bereich Schieneninfrastruktur. Das Parlament hat deshalb die Verwaltung beaufragt, die noch nicht beschlossenen bzw. baureifen Projekte aus dem Fonds für Finanzierungen von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs (FinöV) im Rahmen einer Gesamtüberprüfung aller Grossprojekte der Bahnen neu zu beurteilen. Die Planungsgruppe „Zukünftige Entwicklung der Eisenbahngrossprojekte“ (ZEB) steht  unter Federführung des Bundesamtes für Verkehr (BAV). 2007 soll die Botschaft an das Parlament vorliegen.


Weiterentwicklung von Bahn 2000


Gemeinsam mit den SBB hat das BAV Vorschläge für die Bahnausbauten in den kommenden 20 Jahren erarbeitet. In die Planung einbezogen sind die FinöV-Grossprojekte NEAT, Bahn 2000 (2. Etappe) und HGV-Anschluss. Das Kernangebot sieht Investitionen von rund 5.2 Milliarden Franken (Preisstand 2005) vor.
ZEB setzt folgende Schwerpunkte: 
  • Im Personenfernverkehr führt ZEB die Philosophie der Bahn 2000 fort. Die 1. Etappe der Bahn 2000 hat die Vollknoten Bern und Zürich etabliert (Vollknoten = Anschlüsse Fernverkehr zu Minuten 00 und 30). Dieses Knotenkonzept soll mit einer 2. Etappe ergänzt werden. Auf der West-Ost-Achse (Lausanne–Bern, Biel–Zürich und Zürich–St. Gallen) sollen zudem die Reisezeiten um eine halbe Stunde verkürzt werden. Die Konkurrenzfähigkeit der Schiene gegenüber der Strasse verbessert sich damit markant. Das Bahnangebot wird zusätzlich verbessert mit Investitionen in den Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz.
  • Beim Güterverkehr orientiert sich ZEB an der politischen Vorgabe, den Transport der Güter auf die Schiene zu verlagern. Hier geht es primär um Verbesserungen im Bereich der Produktivität. Höhere Netzkapazität, schnellere Strecken und eine Flachbahn durch die Alpen schaffen die Voraussetzungen dafür. Das vom Bund vorgegebene Verlagerungsziel kann nach heutigen Erkenntnissen bei optimaler Auslastung mit der bestehenden oder sich im Bau befindenden Schieneninfrastruktur erreicht werden.
  • Der enge Kostenrahmen für obige Projekte kann nur eingehalten werden, wenn auf einzelne Grossprojekte vorerst verzichtet wird. Unter diese fallen beispielsweise die Tunnels Brüttener (Zürich Flughafen–Winterthur), Wisenberg (Liestal – Olten), Zimmerberg II (Thalwil–Baar) oder Ligerz–Twann.
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