Die Eisenbahn ist ein sicheres Verkehrsmittel. Die Gefahr, im Schienenverkehr in einen Unfall verwickelt zu werden, ist rund 30 Mal kleiner als im Strassenverkehr.
Für die Sicherheit im Eisenbahnverkehr ist entscheidend, dass Infrastruktur und Fahrzeuge aufeinander abgestimmt sind. Der Zugsicherung kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. In der Schweiz stehen heute bei den Normalspurbahnen hauptsächlich zwei Zugsicherungssysteme im Einsatz:
• Das Warnsystem SIGNUM: Es warnt den Lokführer beim Vorsignal, wenn er auf ein geschlossenes Signal zufährt oder wenn er die Geschwindigkeit stark reduzieren muss. Es löst eine Schnellbremsung aus, falls der Lokführer die Warnung nicht quittiert oder an einem auf Rot stehenden Signal vorbei fährt.
• Das System zur Überwachung der Geschwindigkeit ZUB: Es ergänzt SIGNUM, indem es einen Zug im Notfall vor dem Gefahrenpunkt stoppt.
Auf europäischer Ebene wird in den kommenden Jahren das Zugsicherungs- und steuerungssystem ETCS (European Train Control System) eingeführt. ETCS bietet weiter gehende Funktionsmöglichkeiten als SIGNUM und ZUB. Dank ETCS können die Züge mit mehr als 160 km/h verkehren und die Zugfolgezeiten verkürzt werden. Das neue System soll die Vielzahl der in den europäischen Ländern eingesetzten Zugsicherungssysteme ablösen und so eine dichte, schnelle und grenzüberschreitende Zugführung in ganz Europa ermöglichen. Mittelfristig wird es im Hochgeschwindigkeitsverkehr Verwendung finden und langfristig im gesamten europäischen Schienenverkehr umgesetzt werden. Seit 2000 wird der Betrieb auf Teststrecken der Deutschen Bahn AG (DBAG), der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erprobt.
Neue Strecken mit ETCS
Im Rahmen der Verbesserung der Zugsicherung will das BAV:
• Sicherheitslücken laufend schliessen; dazu soll die ETCS-Technologie eingesetzt werden
• bei Neu- und Umbauprojekten nur noch die ETCS-Technologie einsetzen. Für die Neubaustecken Mattstetten-Rothrist, Lötschberg-Basistunnel und Gotthard-Basistunnel steht dabei ETCS-Level 2 im Vordergrund.
ETCS übernimmt mehrere Funktionen. Es fasst die Sicherung (durch Signale) und Steuerung (durch Stellwerke) von Zügen zusammen, indem es die unter anderem die örtliche Höchstgeschwindigkeit, die Höchstgeschwindigkeit des Zuges, die korrekte Fahrtstrecke und die Fahrtrichtung,überwacht und gegebenenfalls auf Fehler aufmerksam macht oder regelnd eingreift.
Übergangsregelung
Am 27. Januar 2000 hat das BAV eine Migrationsstrategie festgelegt. Sie bestimmt im Wesentlichen Phasen und Finanzierung des Übergangs von SIGNUM und ZUB zu ETCS. Die Migrationsstrategie beinhaltet folgende Punkte:
• Fahrzeuge, welche regelmässig über Strecken mit ZUB-Ausrüstungen verkehren, werden noch mit dem ZUB ausgerüstet;
• Ergänzend zu ZUB und SIGNUM erhalten die Fahrzeuge den sogenannten „Rucksack“. Er erlaubt das Lesen und Verarbeiten von ETCS.
• Fahrzeuge, die künftig über die Neubaustrecken verkehren, erhalten eine ETCS-Fahrzeugausrüstung mit der Führerstandssignalisierung
• Neubaustrecken werden mit ETCS Level 2 ausgerüstet.
Um die Migration zu ETCS in der Schweiz wirtschaftlich sinnvoll zu vollziehen, sind Anpassungen an den bestehenden ETCS-Spezifikationen erforderlich. Dazu hat die SBB, mit Unterstützung anderer europäischer Bahnen, bei den zuständigen Stellen einen entsprechenden Antrag gestellt.
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